Samstag, 30. April 2016

VON BERGEN, BUSFAHRERN UND BRÄUTEN

Hallo Ihr Lieben
heute sind wir in der Nähe von Fort Williams aufgewacht und ich musste einfach den bezaubernden Stechginster vor dem Hotel fotografieren. Dann haben wir nahezu einen halben Tag das Tal der Tränen (Glen Coe) durchquert. Eine herrliche Berg- und Seenlandschaft tat sich uns auf. Rob - der beste Busfahrer Schottlands - tänzelte mit dem riesigen Bus ganz elegant um die Kurven. 
Da Samstag ist, haben wir ein paar schottische Freizeitsportler unterwegs getroffen wie z.B. Ian und Aleen aus Glasgow, die um 9 Uhr morgens zum Schneewandern aufgebrechen. Sie steigen 7 Stunden bis zum Gipfel auf, um dann 20 Minuten mit den Skiern hinunterzufahren und anschließend 2 Stunden zum Auto zurückzuwandern.
Am Loch Lemond waren Rettungstaucher unterwegs, um übermütige Touristen aus dem Wasser zu retten. Ich hatte sogar nach einem kurzen Schwätzchen eine Einladung zur Sportbootfahrt bekommen, aber unsere Pause reichte dafür leider nicht aus. Dafür habe ich in einem Café am Seeufer bei Ola aus Kattowitz einen Cappuccino bekommen und Polnisch gequatscht;-).
Von da aus ging es dann direkt nach Glasgow, wo uns ein schönes Glashaus – ein beliebtes Familienausflugsziel – erwartete. Hier besichtigten wir auch die Kathedrale und den nahegelegenen Friedhof. Den ganzen Tag über hat uns das Universum einen Lichtschalter an die Hand gegeben. Immer wenn wir den Bus verließen, konnten wir die Sonne anknipsen und sobald wir im Bus saßen, kam eine Regendusche hinunter. Glasgow City hat mir sehr gut gefallen. Der Erfindergeist junger Leute wird an jeder Ecke sichtbar – in einem Geschäft waren z.B. die Schaufenster mit hunderten von Nähmaschinen geschmückt. Schließlich bin ich noch zum guten Schluss in einen Junggesellinnenabschied geraten und habe den Abend bei einem Glas Wein in der Sonne ausklingen lassen. Morgen werden wir mit der Fähre nach Irland übersetzen, wo uns weitere Abenteuer erwarten.
Gutenacht,

Eure Maggie

















Freitag, 29. April 2016

ZU BESUCH IN POLEN UND BEI NESSIE

Hallo Ihr Lieben,
gestern sind wir in unserem Alfred Hitchcock Hotel mit Rehen vor unserem Fenster schlafen gegangen und heute Morgen mit Fasanen und Hasen aufgewacht. Außerdem war die ganze Landschaft mit Schnee bedeckt, die Morgendämmerung hatte hier ihren ganz besonderen Zauber. Wir sind jetzt in den Highlands und die Natur lässt uns das spüren. Außerdem war der Wassergeist heute morgen bei uns im Zimmer: Wir konnten nach dem Duschen die Wasserhähne nicht mehr zudrehen!
Der Schnee taute schnell in der Sonne ab. Unsere erste Station war Inverness, übersetzt: die Mündung des Ness. Hier habe ich meine polnischen Wurzeln an jeder Ecke gespürt. Per Zufall sind wir in einem polnischen Laden gelandet, wo ich mir mit Pflaumenmus gefüllte Lebkuchenherzen und allerlei andre süße Kindheitserinnerungen geholt habe. In der St. Marys Church fanden wir auch noch Glasfenster mit Huldigungen an die Solidarnosc und den Priester der Freiheitskämpfer Jerzy Popieluszko. Ein paar hundert Meter weiter besuchten wir noch die Sankt Andrew Church. Hier ließ uns das Universum an einer Männerhochzeit mit einem schnittigen Dudelsackspieler teilhaben. Für alle, die es von euch wissen wollen: Der Schotte trägt unter seinem Kilt nur die Zukunft Schottlands, sonst nichts;-)
Mit Gottes Segen ging es dann weiter zum Urquhart Castle am Loch Ness See, wo die Schotten und Engländer nahezu 1000 Jahre gegeneinander gekämpft hatten. Besonders angetan hat es mir hier der Stechginster, der in den Sommermonaten nach Kokosnuss duftet. Ein weiteres Highlight folgte kurz darauf: Wir sind in See gestochen, um nach dem Ungeheuer Nessie zu suchen. Leider tauchte Nessie nicht auf, aber dafür gab es ein atemberaubendes Panorama aus Wasser, Bergen und Gewitterwolken, dazu eigens gebrautes Nessie-Monster-Bier. Nach dem dritten hatte dann auch jeder an Bord Nessie gesehen;-) Jetzt tauche ich auch ab, denn morgen erwartet uns wieder ein neuer Tag mit Abenteuern,
Liebe Grüße

Eure Maggie

















Donnerstag, 28. April 2016

AUF DEM WEG VON DEN LOWLANDS ZU DEN HIGHLANDS

Hallo Ihr Lieben,
heute Morgen verlassen wir Edinburgh und damit die Lowlands in Richtung Highlands. Auf dem Weg dahin, schauen wir uns hiesige Rinder an, die wie eine Mischung zwischen Schaf und Kuh anmuten. Etwa in der Mitte unserer Tagesstrecke liegt die Burg von Stirling, von der aus die Tudors und Stewarts das Land regierten. Ich muss an die Staffeln im TV denken, die die Szenerie für mich beleben. Es waren Geschlechter ähnlich den Borgias in Italien, die nichts ausließen an Kampf, Intrigen, Leidenschaft und Liebe. Die Burg hat Jahrhunderte überdauert und die heutige Baukunst könnte sich eine Scheibe davon abschneiden.
Die Inneneinrichtung ist zwar nachgebaut, aber die Schotten wollen Geschichte zum Anfassen. Es gibt Kleidung/Stoffe, die man ertasten kann, Musik, die man hören kann und sogar Kleindarsteller, die die mittelalterliche Szenerie beleben und jedem Besucher ihre eigene persönliche Geschichte erzählen. Ich bin bezaubert von dem Gartenanbau, der vielfältigen Küche, den Künsten und der Kriegslist. Für Stunden tauche ich in die Geschichte ein. Obwohl es regnet, macht mir das Wetter kaum etwas aus. Ich lerne, dass der Schotte 40 Wörter hat, um verschiedene Regenarten auszudrücken.
Zum Aufwärmen beziehen Hilde und ich ein einfaches Café, in dem ich Fish and Chips esse. Den Kabeljau schäle ich aus dem Teigmantel und genieße die saftige Fritten dazu. Es schmeckt köstlich! Danach nehmen wir an einer Wisky-Verkostung teil und beobachten den Destillierungsprozess. Es ist nicht mein Getränk, aber die Liebe zum Detail bei der Herstellung faszinieret mich. Der Wisky (mind. 3 Jahre Reifeprozess und 40% Alkoholgehalt) lagert zum Teil Jahrzehnte in Eichenfässern. Mit der Zeit nimmt er auch Fluide vom Fass auf, vertieft die Farbe und auch etwas Alkohol entweicht dabei – das nennt man dann „Engelsschwund“. 
Auf dem zum Hotel haben wir noch einen Supermarkt besucht,  in dem es polnisches Bier und polnischen Babybrei gab - das verstehe mal einer;-). Jetzt haben wir in den schneebedeckten Bergen ein Hotel bezogen, das Alfred Hitchcock hätte ich besser erfinden können. Ich schicke euch grausig-gruselige Gutenachtgrüße,

Eure Maggie












Mittwoch, 27. April 2016

VON BRÜCKEN, KANONEN UND EULEN

Hallo Ihr Lieben
Heute starteten wir bei Eiseskälte und herrlichem Sonnenschein in den Tag. Es ging zunächst mit unserem Bus und Fahrer Rob zur Firth of Forth-Eisenbahnbrücke, die 1890 mit 2,5 km die größte Spannweite der Welt hatte. Im Augenblick entsteht eine neue Brücke nebenan, um die alte zu entlasten. Ich bin immer fasziniert, zu was der Mensch fähig ist, welche Gaben er mitbekommen hat, um die Welt zu verändern.
Danach haben wir den Calton Hill erklommen, der uns mit seinen zahlreichen Sehenswürdigkeiten wie dem National Monument mit den 12 dorischen Säulen, die an gefallenen schottischen Soldaten in den Napoleonischen Kriegen erinnern sollen sowie Sternwarte, Nelson und Sir Walter Scott Denkmal faszinierte. Von dem Hügel aus hatten wir eine herrliche Aussicht bei klarer Luft und Sonnenschein.
Zur Burg flanierten wir anschließend durch die Royal Mile. Unterwegs hat das Universum uns zahlreiche Geschenke gemacht: Schottische Cabs, Dudelsackspieler und eine echte Eule, die wohl einem Harry-Potter-Film entflogen ist. Ihre Augen schimmerten wie Bernstein und ich konnte mich ihrer Magie nicht entziehen.
Auf der Burg erwartete uns ein anderes Spektakel. Jeden Tag um 13 Uhr wird hier traditionell zur Uhrzeitangabe eine Kanone gezündet – in der Beziehung sind die Schotten im wahrsten Sinne des Wortes durchgeknallt!
Den freien Nachmittag verbrachten wir in einem wunderschöner Bar - auf jedem Tisch standen Distelsträußchen (Nationalblume der Schotten) - und in der schottischen Nationalgalerie, wo es echte Perlen von Cezanne, Monet, Rubens und Gaugin gab – sehr seltene Kunstwerke, die ich hier nie vermutet hätte.
Zum Abschluss gab es ein frisch gezapftes Bier draußen an der Sonne. Morgen mehr,

Eure Maggie